10 Tipp´s zur Trennung

1. Dokumente sichern

Nach einem Auszug ist es oft schwierig die nötigen Papiere, die die Beweisgrundlage sowohl für die Berechnung des Unterhalts, als auch eines Zugewinnausgleichsanspruches sind, zu erhalten. Daher ist es anzuraten bereits im Vorfeld von allen verfügbaren Dokumenten, wie Einkommensnachweisen, Steuerbescheiden, Kontoauszügen, Versicherungsverträgen etc. eine Kopie zu fertigen.

2. Trennungstag absichern

Der Trennungstag ist in mehrfacher Hinsicht wichtig.

Zum einen beginnt damit der Lauf des Trennungsjahres, der zum Einreichen des Scheidungsantrages berechtigt.

Zum anderen bildet der Trennungstag einen Stichtag für die Berechnung des Zugewinnausgleichs.

Dieser Tag muss vor Gericht bewiesen werden. Es ist daher anzuraten diesen Tag mit einer schriftlichen Erklärung zu untermauern, oder mit einem klaren Auszugsdatum bennen zu können, verbunden mit einer Ummeldung am neuen Wohnsitz. Auch dies sollte dringend im Vorfeld besprochen werden, da die Ummeldung steuerliche Konsequenzen nach sich zieht.

3. Ausgleich der Rentenanwartschaften

Die während der Ehe angesammelten Rentenanwartschaften werden bei der Scheidung im Normalfall gegenseitig jeweils hälftig ausgeglichen. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass die Ausgleichsgemeinschaft nicht bereits mit der Trennung endet, sondern erst mit der Zustellung des Scheidungsantrages. Bei längeren Trennungszeiten ist daher das weitere Anwachsen der Ausgleichsansprüche zu berücksichtigen.

4. Unterhalt fordern

Für denjenigen, dem Unterhaltsansprüche zustehen, ist keine Zeit zu verlieren. Der Unterhaltsanspruch erwächst nicht automatisch, sondern erst ab Aufforderung. Diese Aufforderung muss in nachweisbarer Form zugestellt worden sein.  Häufig ist dies das Erste was ich für Sie tun kann.

5. Erbrecht

Das Ehegattenerbrecht bleibt bis zum Vorliegen der Scheidungsvoraussetzungen bestehen! Wer dies verhindern möchte, kann über ein Testament die Ansprüche mindern. Ein notarieller Verzicht auf den Pflichtteil ist möglich.

6. Versicherungen

In vielen Versicherungsverträgen ist der Ehepartner, oder schlicht der gesetzliche Erbe als begünstigte Person für die Versicherungsleistung eingetragen. Prüfen Sie, ob dies einer Änderung bedarf. Auch diese Bezugsberechtigungen behalten ihre Gültigkeit nach der Trennung.

7. Auszug aus dem ehelichen Heim

Wer aus der ehelichen Wohnung auszieht, und dies nicht nur kurzfristig, schafft hiermit mit unter Fakten die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Zum einen kann dies den Beginn der Trennungszeit einläuten, als Aufgabe der häuslichen Gemeinschaft mit den Kindern angesehen werden, Unterhaltsansprüche auslösen, sowie den Steuerklassenverlust im Folgejahr.  Dies bei gleichzeitig weiter bestehender vertraglicher Bindung an Miet- oder Darlehensverträge. Holen Sie im Vorfeld anwaltlichen Rat ein.

8. Zugriff auf Vermögenspositionen während der Trennungszeit

Vorsicht bei Abhebung größerer Geldbeträge von gemeinsamen Konten oder Depots. Dies kann als sog. illojale Vermögensminderung betrachtet werden, zu einem vorzeitigen Zugewinnausgleichsverfahren und einem vorzeitigen Ende des Güterstandes führen.

9. Gewaltschutz / Wohnungszuweisung

Scheuen Sie nicht bei gewalttätigen Auseinandersetzungen sofort die Polizei zu Hilfe zu rufen. Die Polizei ist befugt dem Gewaltausübenden gegenüber einen sog. Platzverweis auszusprechen und diesen aus dem Umfeld der Wohnung zu entfernen. Diese kurzfristige Maßnahme kann mit mit einen Gewaltschutzverfahren vor Gericht verlängert werden, sowie einem Wohnungszuweisungsverfahren. Dies sichert dem Opfer solcher Attacken die dauerhafte alleinige und ungestörte Nutzung der Wohnung.

10. Nehmen Sie Hilfe an !

Eine Trennung stellt die früheren Partner meist vor erhebliche persönliche und finanzielle Schwierigkeiten.

Unter dem Untermenüpunkt: „Hilfe in Straubing“ sind einige wichtige Stellen für Sie zusammengefasst.  Sie erhalten dort professionelle Hilfe und finanzielle Unterstützung.

Ich wünsche Ihnen alles Gute !